Momentan finden Sie auf dieser Seite drei Rubriken: Top-Ten-Filme von Reinhard Staupe, Top-Ten-Songs und Top-Ten-Spiele. Schauen Sie ruhig hin und wieder mal rein, die Seite wird nach und nach ausgebaut.
Meine Top-Ten-Filme:
Die fabelhafte Welt der Amélie:
Überwältigend poetisch, einfallsreich und fantasievoll. Wie ein warmer Wind, der die farbigen Herbstblätter von einer Pariser Avenue in die nächste wirbelt. Zauberhaft und zuckersüß. Ein absoluter Traum.
Lost in Translation
Bill Murray und Scarlett Johannson gefangen in Japan (und in sich selbst): Das sind 90 Minuten auf der Couch eines Psychotherapeuten – bloß ohne Couch und Therapeut. Hypnotisch irgendwie. Kann ich mir immer wieder anschauen.
Der König der Fischer
Jeff Bridges als oberzynischer ultra-arroganter Radiomoderator-Yuppie-Kotzbrocken, dem das Leben eine bittere Lektion erteilt. Tausend tolle Einfälle. Dazu der herrlich schräge Robin Williams als Strafe, Schicksal, Chance und Erlösung. Wer je gelitten hat in diesem Leben und wer je von der eigenen Vergangenheit verfolgt und gemartert wurde – der kennt den roten Ritter!
Der Pate
Brillante Verfilmung eines großartigen Romans. Hier stimmt einfach alles, jedes Bild, jede Geste, jeder Mord, jedes noch so kleine Detail. Mafia pur mit durchweg überragenden Schauspielern. Ein Meisterwerk.
Der zweite Teil steht seinem Vorgänger in nichts nach. Vielleicht sogar noch einen Tick besser mit Al-Pacino-Superstar: eiskalt, tödlich lächelnd und unerbittlich. Auch der dritte Teil ist absolut empfehlenswert.
Casablanca
Gab es je einen cooleren Romantiker als Humphrey Bogart alias Rick Blaine?! Der weichste Kern in der rauhsten Schale! Schaut seiner Ingrid Bergmann verliebt in die Augen und lässt sie mit Victor Lazlo abziehen… Spiel’s noch hundertmal, Sam!
Ist das Leben nicht wunderschön?!
Wenn zum Schluss George Baileys Freunde angerannt kommen, um ihm aus der Misere zu helfen, und wenn plötzlich Zouzous Rosenblätter wieder da sind, dann ist das das Herzerwärmendste, was ich kenne. Der schönste Weihnachts-Märchen-Film, der je gedreht wurde. Ich will wieder leben!!!
Antonias Welt
Hier purzelt das Leben wie Jahreszeiten ineinander, Generation um Generation, mit kleinen Eigenheiten und liebenswerten Charakteren – sich selbst gebärend und sich selbst genügend.
Täglich grüßt das Murmeltier
Was für eine geniale Idee: jeden Tag aufs Neue erwacht der egozentrische Wetterfrosch von Kanal 9, Phil Conners, in Punxatowny, einem Nest am Rand der Welt, so lange, bis er endlich begriffen hat, worauf es ankommt. Neben der Fernsehserie „Fawlty Towers“ das lustigste, was Zelluloid zu bieten hat. Was Bill Murray und Andie McDowell doch für exzellente Schauspieler sind!
Im Westen nichts Neues
Keinen Roman habe ich häufiger gelesen als Remarques Absage an den Krieg und an das sinnlose Verheizen von Menschmaterial. Um niemanden habe ich häufiger getrauert als um Paul Bäumer, der so still stirbt, dass es einem die Sprache verschlägt. Kaum zu glauben, dass der Film 1930 gedreht wurde. Lewis Milestone heißt der Regisseur, und das trifft es: ein Meilenstein!
Die Musterknaben
Wenn es einen deutschen Kultfilm gibt, dann diesen! Docker & Dretzke: das beste, lustigste, sympathischste Polizistenduo, das es je gab. Die Dialoge sind zum in-die-Ecke-schmeißen und die Sprüche einfach göttlich! Tolle Schauspieler. Cooler Soundtrack. Anschauen! Unbedingt!
Übrigens ist auch Teil 2 recht gut. Über den dritten im Bunde hülle ich den ewigen Mantel des Vergessens.
Und hier noch einige Filme, die man gesehen haben sollte:
Sophie Scholl
Julia Jentsch spielt zum Niederknien gut. Wärmstes Menschsein. Der hellste Fleck im dunkelsten Morast deutscher Geschichte.
Der Pianist
Die wahre (und nahezu unfassbare) Geschichte eines Überlebenden des Warschauer Ghettos. Was Menschen aushalten können! Adrien Brody spielt sich die Seele aus dem Leib und hat den Oscar doppelt und dreifach verdient.
Once
Der beste Musikfilm, den ich je gesehen habe. Fleisch und Blut und Herz und Gesang, so wie es sein muss, so wie jeder Song sein sollte: erlitten, beseelt, kraftvoll, romantisch, poetisch, laut, leise, liebevoll - egal, Hauptsache authentisch in jeder Zeile. Die Kamera wackelt mitunter, der Zoom surrt hier und da, die rechte Beleuchtung fehlt an manchen Stellen... und genau deshalb ist er so gut, dieser kleine Film: weil man selbst daneben steht, als wäre man dabei, in dunklen Ecken und zugigen Fluchten, als schaue man den fantastischen Protagonisten über die Schulter beim Straßenmusizieren und Songschreiben.
Auf Wiedersehen Kinder
Die Freundschaft zwischen einem französischen und einem jüdischen Jungen während des 2. Weltkriegs endet still und traurig. Ein kleiner, ganz großer Film.
Young@heart
Noch ein großartiger, begeisternder, berührender Musikfilm neueren Datums. Diesmal wird ein Chor über einige Wochen hinweg dokumentarisch begleitet, der absolut außergewöhnlich ist: die Mitglieder sind im Duchschnitt 80 Jahre alt, und sie geben Rock- und Punksongs (auf geniale Weise!) zum Besten! Soviel Lebensfreude und Humor gibt es selten zu bestaunen. Da wird vom Totenbett aufgestanden und die Chemotherapie hintangestellt, bloß um singen zu können. Yeeeeeeaaaaahhhh, I feel good!
Die 12 Geschworenen
Nahezu ein verfilmtes Theaterstück – mit dem besten Ensemble, das man sich vorstellen kann. Ausschließlich Sprache und Filmschnitt, und trotzdem superspannend. Im Zweifel für den Angeklagten!
Bella Martha
Berührend, traurig, superlecker. Nach dem Film stürzt man entweder zum Kühlschrank oder geht gleich ins beste Restaurant der Stadt. Wäre Martina Gedeck Engländerin oder Amerikanerin, sie wäre ein Weltstar.
Der Himmel über Berlin
Wunderbare Poesie in Wort und Bild. Engel, die uns begleiten, und ein Engel, der die rein zuschauende Unsterblichkeit aufgibt, um die Liebe zu spüren. Die Schlussmonologe sind betörend.
Das Dschungelbuch
Probier's mal mit Gemütlichkeit. Balu der Bär, den liebt man sofort - und dann für immer. Der schönste Zeichentrickfilm aller Zeiten. Unschlagbar.
The Fountain
Daren Aronofsky ist ein dermaßen begnadeter Bilderstürmer, dass es einem die Sinne verschlägt. Man sollte den Film nicht tief hinterfragen, sondern einfach nur hinschauen, staunen und genießen. Dieses Licht, diese Farben, diese Komposition. Was für eine Kraft. Und was für ein Jahrhundertgenie!
Der Freund meiner Freundin
Stellvertretend für so viele Filme von Eric Rohmer (und noch viele andere französische), die ich über alles liebe: ruhig, unaufdringlich und federleicht wie der Sommerwind in den Haaren.
Alien
Die letzten 15 Minuten sind atemberaubend. Ich zittere heute noch.
Schindlers Liste
Kaum zu glauben, dass der Film von Steven Spielberg stammt: mal kein dämliches Pathos und keinerlei Misstöne. Hervorragendes Drehbuch. Unendlich ergreifend. Zum Weinen.
Der Soldat James Ryan
Noch einmal Spielberg, jetzt aber mit Einschränkungen. Die ersten 20 Minuten sind Krieg pur, als würde eine Handgranate direkt vor deinen Augen explodieren. Schmutzig, dreckig und absolut unmenschlich. Unglaublich und einmalig! Auch die Panzerschlacht ist genial inszeniert. Der Rest ist lala, und die unvermeidliche amerikanische Flagge zum Schluß einfach nur ärgerlich.
Love Story
Ja, Kitsch irgendwie, keine Frage. Aber herzzerreißend schön! Vielleicht der ultimative Seufz-Heulfilm, bei dem der Soundtrack den halben Film ausmacht. Tipp: DVD ausliehen und noch mal mit Audio-Kommentar des Regisseurs anschauen! Da erfährt man mehr übers Filmemachen als in hundert Büchern!
Lola rennt
Schnell, innovativ, kultig. Zweiter Versuch: rasant, kraftvoll, packend. Und noch einmal: Spritzig, frisch, rot.
The Blair Witch Projekt
Hat mich aus dem Kinositz geknallt wie kein anderer Film. Subtilster Psycho-Horror ohne jeden Tropfen Blut oder Gewalt. Die Leinwand ist schwarz, kein Geräusch ist zu hören, und genau das ist absolut unerträglich. Ich wollte nur noch, dass dieser Alptraum aufhört. Tipp: Unbedingt im Kino anschauen! Im Fernsehen verliert der Film fast alles.
Platoon
Das amerikanische Trauma: Vietnam. Toller Regisseur. Schöner Scheißkrieg. Over and out.
Good morning Vietnam
Noch einmal das Trauma. Aber völlig anders, richtig lustig nämlich zwischendurch, mit einem genialen Robin Williams. Aussagekräftiger als das meiste laute Getöse. Herr Präsident, wie würden Sie ihre Hoden beschreiben?
Zeugin der Anklage
Ich verrate den Plot an dieser Stelle bestimmt nicht. Marlene Dietrich – was für ein Biest! Willste nen Kuss haben, Dicker?!!!
Der Club der toten Dichter
Jedes Mal möchte ich Neil vom Unvermeidlichen abhalten. Und immer wieder ist er tot.
Wenn seine Mitschüler zu guter Letzt auf die Tische steigen, dann steh ich jedes Mal in Gedanken mit ihnen dort. Großartig. Knapp an den Top Ten gescheitert. Carpe diem.
Titanic
Titanic? Wirklich Titanic?? Ja, ja, ja, Titanic! Superkitschiger Zuckerwattenschmalz, ich stimme zu – aber nur soweit es Kate und Leonardo betrifft. Die Inszenierung des Schiffsunterganges ist einfach nur bombastisch.
Bowling for Columbine
Eigentlich stellvertretend für alle Michael-Moore-Dokumentar-Ernst-Satire-Filme. Hat völlig zu Recht den Oscar gewonnen. Virtuos! Mag Michael Moore noch so umstritten in der Wahl seiner Mittel sein, er ist zuallererst ein richtig guter Filmemacher. Und wer ein soziales Gewissen hat, der sollte seine Werke auf keinen Fall verpassen.
War-Photographer
Noch ein Dokumentarfilm, diesmal über den Kriegsfotografen James Nachtwei. Was für ein ruhiger, besonnener, taktvoller Mensch, der da mitten im Feuer zwischen Kugeln und Granaten aufrüttelnde Bilder schießt. Ein großer Künstler und Friedenskämpfer – aber auch ein Besessener, Getriebener, Verrückter.
Keine Lieder über Liebe
Ein Film ohne Drehbuch. Die Schauspieler wurden einfach auf Musik-Tournee geschickt, mit punktuellen Vorgaben im realen Leben. Selten authentische Dialoge und Szenen!
Good Bye Lenin
Deutsch-deutsche Geschichtsverarbeitung mal ganz anders. Witzige Einfälle wechseln sich mit traurigen, berührenden Momenten ab. Spitzen-Schauspielerriege aus eigenen Landen! Außerdem äußerst interessantes DVD-Bonusmaterial!
American Beauty
Der amerikanische Vorstadt(alp)traum. Oh Baby!
Grüne Tomaten
Erst den tollen Film gucken! Dann das noch bessere Buch lesen!
Dead man walking
Ist hier irgendjemand FÜR die Todesstrafe? Anschauen. Nachdenken. Schnauze halten! Sean Penn spielt großartig.
Was ist mit Bob
Noch einmal Bill Murray – der diesmal als Psychowrack-Hypochonder Richard Dreyfuss in den Wahnsinn treibt. Der Film steht hier vor allem aus einem einzigen Grund: wegen der definitiv witzigsten Einzelszene! Wenn Bob dem armen Doktor Marvin vor dem Erstickungstod bewahrt und ihm den Hähnchenknochen aus der Kehle springt, dann könnte ich mir jedes Mal vor Lachen in die Hose pinkeln.
Und dann wären dann da noch die mindestens dreihundert anderen tollen Filme, die ich hier nicht alle aufzählen kann: Einer flog übers Kuckucksnest, Little Miss Sunshine, City of God, Billy Elliot, Mein Leben als Hund, Die Abenteuer von Reinette und Mirabelle, Stand by me, Hundstage, Der Malteser Falke, Night on earth, Der Schmetterling, Das Leben ist schön, Die Verurteilten, Der Stadtneurotiker, Babel, Mr. Smith geht nach Washington, Das Boot, Die fabelhaften Baker Boys, Taxi Driver, The Commitments, Angel Heart, Cinema Paradiso, The War Game, Hotel Ruanda, Paris Texas, Kramer gegen Kramer, 12 Monkeys, Ein Fisch namens Wanda, Der freie Wille, Gilbert Grape, Pulp Fiction, Die Kinder des Monsieur Matthieu, Der falsche Mann, Coffee and Cigarettes, Sideways, Control, Music Box, Schmetterling und Taucherglocke, …
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Meine Top-Ten-Songs
Hurt (Johnny Cash)
Kurz vor seinem Tod aufgenommen, mit tausend Falten und schartiger Stimme, und in dieser Version absolut großartig. Kein anderes Lied beschreibt so authentisch die Grundsubstanz des Lebens: Leiden und Zerfallen.
"What have I become, my sweetest friend, everyone I know, goes away in the end."
Town called Malice (The Jam)
Kann irgendjemand bei diesem Rhythmus die Füße stillhalten? Der Song wird gewiss noch einigen aus dem Film "Billy Elliot" im Ohr sein, wenn der Nachwuchstänzer durch die grauen Gassen wirbelt, hinaus aus Durham (hinaus aus Malice), hinaus aus dem Kleinstadtmief. Als wäre das Lied extra für den Film geschrieben.
Shout to the top (The Style Council)
When you're knocked on your back - an' your life's a flop and when you're down on the bottom there's nothing else
but to shout to the top - SHOUT!
Sunflower (Paul Weller)
Sei an dieser Stelle einfach mal erwähnt, dass Paul Weller, vormals der Kopf von The Jam und The Style Council, das Beste ist, was das Musikgeschäft zu bieten hat. Ihm wird ja nur allzu oft und allzu gerne das Etikett des Modfather of Britpop angehängt. Ich finde jedoch, er ist eher das englische Konzentrat aus dem Besten von Grönemeyer, Westernhagen und Rio Reiser.
All apologies (Nirvana)
Was für eine fantastische Band das war. Was für ein tolles Lied. Und von wegen teen spirit - einfach nur genial. Rest in peace, Kurt.
Angry times (Helen Schneider)
Mies drauf? Ne schlechte Phase? Alles zum Kotzen? Schneider with the kick rein - und aufgedreht das Ding! Danach geht's besser.
Hedonism (Skunk Anansie)
Irgendjemand meinte mal, das Lied sei abgeschmackt. Pfff. Dort, wo "You oughta know" von Alanis Morissette zu biestig ist, bringt es Hedonism genau auf den Punkt: I hope you're feeling happy now.
One (U2)
Hab ich vom ersten Moment an geliebt. Hat nie aufgehört.
Laß mich bei dir sein (Hildegard Knef)
Das schönste Lied über sich-einander-nah-sein, das ich kenne.
If it be your will (Leonhard Cohen)
Pssst...
Mein Top-Ten-Spiele
Ich muss zugeben, dass mir die Auswahl extrem schwer fällt, und sie wechselt im Detail auch von Woche zu Woche. Es gibt mindestens 50 ganz und gar großartige Spiele neueren Datums, die ich immer und immer wieder gerne spiele, die eine brillante Mechanik haben und perfekt umgesetzt wurden.
Die Werwölfe von Düsterwald
Über fünf Jahre lang habe ich in meiner alten Heimat Kassel alle 14 Tage einen Werwolftreff organisiert. An die 1.000 Partien habe ich selbst gespielt und hunderte geleitet. Und dennoch - es reizt mich immer wieder. Was dieses Großgruppenspiel mit seinem minimalem Regelumfang an Kommunikation und herrlichen zwischenmenschlichen Situationen entstehen lässt, ist einfach nur fantastisch.
Doppelkopf
Das beste 4-Personen-Kartenspiel, das es gibt. Natürlich nur MIT den 9en, mit Schweinchen und mit "zweite Herz 10 schlägt die erste". Alles andere ist bäh, bäh, bäh! Sei noch erwähnt, dass das großartige Kartenspiel "Tichu" fast an Doppelkopf heranreicht, ebenfalls ein ganz großer Wurf und unbedingt empfehlenswert.
Einfach genial
Das absolute Meisterstück von Reiner Knizia. Der Titel trifft es exakt: so einfach und so genial. Ideal geeignet, um nahezu jeden, der eigentlich nicht so gerne spielt, für Brettspiele zu erwärmen. Ein perfektes Spiel. Hätte unbedingt den Titel "Spiel des Jahres" verdient gehabt. Aber auch so enorm erfolgreich.
Nobody is perfect
Ich liebe es. Was haben wir uns schon für Schwachsinnsantworten ausgedacht - und trotzdem sind die Leute drauf reingefallen.
Seit gut 15 Jahren sammle ich alle Zettel meiner Mitspieler. Da könnte ich glatt ein Buch draus machen. Einziger Nachteil von Nobody is perfect: Kreativität, Phantasie und vor allem Ausformulieren in kurzer Zeit sind nicht jedermanns Sache, da wird es häufig schwer, genügend Mitspieler zu bekommen. Eine prima Alternative ist dann "Dixit", das Spiel des Jahres 2010. Sozusagen ein Nobody-einfach mit wunderschönen Illustrationen.
6 nimmt
Auch so ein Spiel, mit dem man ruckzuck selbsternannte Nicht-Spieler fesseln kann. Wolfgang Kramer hat etliche Meisterwerke geschaffen, aber 6 nimmt ist sein allerallerbestes. Ein einmal-im-Leben-Mechanismus.
Ohne Furcht und Adel
Es sieht aus wie ein Kartenspiel, aber es fühlt sich deutlich größer an, sozusagen eine vollwertige Hauptmahlzeit. Habe ich immer in der Spieletasche, wenn womöglich 5-7 Leute auftauchen, also zu wenige für eine Werwolfrunde und zu viele für die allermeisten Brettspiele. Denn wenn alle gemeinsam etwas spielen wollen, dann wird's, jenseits von Partyspielen, zumeist eng mit der Auswahl
Schach
Das Spiel MUSS in dieser Liste auftauchen, allein schon deshalb, weil ich tausende von Stunden meiner Jugend entweder im Mitelfeld mit dem Ball am Fuß oder eben mit verschränkten Armen vorm Brett sitzend verbracht habe. Was habe ich die Turniere damals geliebt! Falls jemand weiß, ob irgendeiner meiner Konkurrenten bei den diversen Jugendmeisterschaften "Internationaler Meister" oder "Großmeister" geworden ist - bitte melden!
Ra
Noch einmal Reiner Knizia, wiederum mit einem Meisterwerk. Was ich an diesem Spiel so sehr mag, ist, neben seiner spielmechanischen Qualität, insbesondere sein extrem flotter Rhythmus. Plättchen aufdecken - nächster Spieler, Plättchen aufdecken - nächster Spieler. Extrem kurzweilig - und spannend!
Löwenherz
Die alte Goldsieber-Version ist für 3 und 4 Personen absolut großartig. Brillant umgesetzt! Leider kommt es bei mir viel zu selten auf den Tisch, ist es doch genau die Art von "Strategiespiel", die Wenigspieler und insbesondere Frauen nicht so gerne mögen. Es geht um "Grenzen errichten", um "Gebiete schaffen", um "Besitz erweitern" (auf Kosten anderer) - es geht um Macht und direkte, harte Konfrontation. Den meisten Gelegenheitsspielern ist Klaus Teuber durch "Die Siedler von Catan" ein Begriff geworden. Ich persönlich finde Löwenherz und auch "Adel verpflichtet" noch gelungener.
Privacy
Ja, es ist von mir, aber es steht trotzdem hier. Wenn es darum geht, Geheimnisse der lieben Mitspieler/Bekannten/Freunde auf charmante, angenehme Weise zu enthüllen (ohne den Einzelnen bloßzustellen), dann ist Privacy goldrichtig. Was habe ich für herrliche Abende, für tränennasse Lachsalven und völlig fassungslose Gesichter auf dutzenden von Partys erlebt! Und was wurde nicht alles zu Tage gefördert! Nie werde ich vergessen, dass 6 von 7 Mitspielern unter der Dusche pinkelten, dass sich 10 von 11 für intelligenter als den linken Nachbarn hielten, dass 4 von 9 schon mal Sex zu dritt hatten - und das 10 von 12 (!!!) in den letzten 4 Wochen ... nein, das sage ich hier nicht...