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Meine Top-Ten-Filme:




Die fabelhafte Welt der Amélie:

Überwältigend poetisch, einfallsreich und fantasievoll. Wie ein warmer Wind, der die farbigen Herbstblätter von einer Pariser Avenue in die nächste wirbelt. Zauberhaft und zuckersüß. Ein absoluter Traum.



Lost in Translation

Bill Murray und Scarlett Johannson gefangen in Japan (und in sich selbst): Das sind 90 Minuten auf der Couch eines Psychotherapeuten – bloß ohne Couch und Therapeut. Hypnotisch irgendwie. Kann ich mir immer wieder anschauen.



Der König der Fischer

Jeff Bridges als oberzynischer ultra-arroganter Radiomoderator-Yuppie-Kotzbrocken, dem das Leben eine bittere Lektion erteilt. Tausend tolle Einfälle. Dazu der herrlich schräge Robin Williams als Strafe, Schicksal, Chance und Erlösung. Wer je gelitten hat in diesem Leben, und wer je von der eigenen Vergangenheit verfolgt und gemartert wurde – der kennt den roten Ritter!



Der Pate (Teil 1 & Teil 2!)

Brillante Verfilmung eines großartigen Romans. Hier stimmt einfach alles, jedes Bild, jede Geste, jeder Mord, jedes noch so kleine Detail. Mafia pur mit durchweg überragenden Schauspielern. Ein Meisterwerk.
Der zweite Teil steht seinem Vorgänger in nichts nach. Vielleicht sogar noch einen Tick besser mit Al-Pacino-Superstar: eiskalt, tödlich lächelnd und unerbittlich. Auch der dritte Teil ist absolut empfehlenswert.



Casablanca

Gab es je einen cooleren Romantiker als Humphrey Bogart alias Rick Blaine?! Der weichste Kern in der rauhsten Schale! Schaut seiner Ingrid Bergmann verliebt in die Augen und lässt sie mit Victor Lazlo abziehen… Spiel’s noch hundertmal, Sam!



Ist das Leben nicht wunderschön?!

Wenn zum Schluss George Baileys Freunde angerannt kommen, um ihm aus der Misere zu helfen, und wenn plötzlich Zouzous Rosenblätter wieder da sind, dann ist das das Herzerwärmendste, was ich kenne. Der schönste Weihnachts-Märchen-Film, der je gedreht wurde. Ich will wieder leben!!!



Antonias Welt

Hier purzelt das Leben wie Jahreszeiten ineinander, Generation um Generation, mit kleinen Eigenheiten und liebenswerten Charakteren – sich selbst gebärend und sich selbst genügend.



Täglich grüßt das Murmeltier

Was für eine geniale Idee: jeden Tag aufs Neue erwacht der egozentrische Wetterfrosch von Kanal 9, Phil Conners, in Punxatowny, einem Nest am Rand der Welt, so lange, bis er endlich begriffen hat, worauf es ankommt. Neben der Fernsehserie „Fawlty Towers“ das lustigste, was Zelluloid zu bieten hat. Was Bill Murray und Andie McDowell doch für exzellente Schauspieler sind!



Im Westen nichts Neues

Keinen Roman habe ich häufiger gelesen als Remarques Absage an den Krieg und an das sinnlose Verheizen von Menschmaterial. Um niemanden habe ich häufiger getrauert als um Paul Bäumer, der so still stirbt, dass es einem die Sprache verschlägt. Kaum zu glauben, dass der Film 1930 gedreht wurde. Lewis Milestone heißt der Regisseur, und das trifft es: ein Meilenstein!



Die Musterknaben

Wenn es einen deutschen Kultfilm gibt, dann diesen! Docker & Dretzke: das beste, lustigste, sympathischste Polizistenduo, das es je gab. Die Dialoge sind zum in-die-Ecke-schmeißen und die Sprüche einfach göttlich!
"Du kannst mir doch nicht erzählen, dass Du jede Stunde auf Toilette musst. Oder musst Du groß?!"
Tolle Schauspieler. Cooler Soundtrack. Anschauen! Unbedingt!
Übrigens ist auch Teil 2 recht gut. Über den dritten im Bunde hülle ich den Mantel des Vergessens.





Und hier noch einige Filme, die man gesehen haben sollte:


Sophie Scholl

Julia Jentsch spielt zum Niederknien gut. Wärmstes Menschsein. Der hellste Fleck im dunkelsten Morast deutscher Geschichte.


Once

Der beste Musikfilm, den ich je gesehen habe. Fleisch und Blut und Herz und Gesang, so wie es sein muss, so wie jeder Song sein sollte: erlitten, beseelt, kraftvoll, romantisch, poetisch, laut, leise, liebevoll - egal, Hauptsache authentisch in jeder Zeile. Die Kamera wackelt mitunter, der Zoom surrt hier und da, die rechte Beleuchtung fehlt an manchen Stellen... und genau deshalb ist er so gut, dieser kleine Film: weil man selbst daneben steht, als wäre man dabei, in dunklen Ecken und zugigen Fluchten, als schaue man den fantastischen Protagonisten über die Schulter beim Straßenmusizieren und Songschreiben.


Die 12 Geschworenen

Nahezu ein verfilmtes Theaterstück – mit dem besten Ensemble, das man sich vorstellen kann. Ausschließlich Sprache und Filmschnitt, und trotzdem superspannend. Im Zweifel für den Angeklagten!


Bella Martha
Berührend, traurig, superlecker. Nach dem Film stürzt man entweder zum Kühlschrank oder geht gleich ins beste Restaurant der Stadt. Wäre Martina Gedeck Engländerin oder Amerikanerin, sie wäre ein Weltstar.


Der Himmel über Berlin
Wunderbare Poesie in Wort und Bild. Engel, die uns begleiten, und ein Engel, der die rein zuschauende Unsterblichkeit aufgibt, um die Liebe zu spüren. Die Schlussmonologe sind betörend.


Der Pianist
Die wahre (und nahezu unfassbare) Geschichte eines Überlebenden des Warschauer Ghettos. Was Menschen aushalten können! Adrien Brody spielt sich die Seele aus dem Leib und hat den Oscar doppelt und dreifach verdient.


Auf Wiedersehen Kinder
Die Freundschaft zwischen einem französischen und einem jüdischen Jungen während des 2. Weltkriegs endet still und traurig. Ein kleiner, ganz großer Film.


Das Dschungelbuch
Probier's mal mit Gemütlichkeit. Balu der Bär, den liebt man sofort - und dann für immer. Der schönste Zeichentrickfilm aller Zeiten. Unschlagbar.


The Fountain
Daren Aronofsky ist ein dermaßen begnadeter Bilderstürmer, dass es einem die Sinne verschlägt. Man sollte den Film nicht tief hinterfragen, sondern einfach nur hinschauen, staunen und genießen. Dieses Licht, diese Farben, diese Komposition. Was für eine Kraft. Und was für ein Jahrhundertgenie!


Der Freund meiner Freundin
Stellvertretend für so viele Filme von Eric Rohmer (und noch viele andere französische), die ich über alles liebe: ruhig, unaufdringlich und federleicht wie der Sommerwind in den Haaren.


Alien
Die letzten 15 Minuten sind atemberaubend. Ich zittere heute noch.


Schindlers Liste
Kaum zu glauben, dass der Film von Steven Spielberg stammt: mal kein dämliches Pathos und keinerlei Misstöne. Hervorragendes Drehbuch. Unendlich ergreifend. Zum Weinen.


Der Soldat James Ryan
Noch einmal Spielberg, jetzt aber mit Einschränkungen. Die ersten 20 Minuten sind Krieg pur, als würde eine Handgranate direkt vor deinen Augen explodieren. Schmutzig, dreckig und absolut unmenschlich. Unglaublich und einmalig! Der Rest ist lala, und die unvermeidliche amerikanische Flagge zum Schluß einfach nur ärgerlich. Bitte nicht, bitte nicht, habe ich gefleht...


Love Story
Ja, Kitsch irgendwie, keine Frage. Aber herzzerreißend schön! Vielleicht der ultimative Seufz-Heulfilm, bei dem der Soundtrack den halben Film ausmacht. Tipp: DVD ausliehen und noch mal mit Audio-Kommentar des Regisseurs anschauen! Da erfährt man mehr übers Filmemachen als in hundert Büchern!


Lola rennt
Schnell, innovativ, kultig. Zweiter Versuch: rasant, kraftvoll, packend. Und noch einmal: Spritzig, frisch, rot.


The Blair Witch Projekt
Hat mich aus dem Kinositz geknallt wie kein anderer Film. Subtilster Psycho-Horror ohne jeden Tropfen Blut oder Gewalt. Die Leinwand ist schwarz, kein Geräusch ist zu hören, und genau das ist absolut unerträglich. Ich wollte nur noch, dass dieser Alptraum aufhört. Tipp: Unbedingt im Kino anschauen! Im Fernsehen verliert der Film fast alles.


Platoon
Das amerikanische Trauma: Vietnam. Toller Regisseur. Schöner Scheißkrieg. Over and out.


Good morning Vietnam
Noch einmal das Trauma. Aber völlig anders, richtig lustig nämlich zwischendurch, mit einem genialen Robin Williams. Aussagekräftiger als das meiste laute Getöse.


Zeugin der Anklage
Ich verrate den Plot an dieser Stelle bestimmt nicht. Marlene Dietrich – was für ein Biest! Willste nen Kuss haben, Dicker?!!!


Der Club der toten Dichter
Jedes Mal möchte ich Neil vom Unvermeidlichen abhalten. Und immer wieder ist er tot.
Wenn seine Mitschüler zu guter Letzt auf die Tische steigen, dann steh ich jedes Mal in Gedanken mit ihnen dort. Großartig. Knapp an den Top Ten gescheitert. Carpe diem.


Titanic
Titanic? Wirklich Titanic?? Ja, ja, ja, Titanic! Superkitschiger Zuckerwattenschmalz, ich stimme zu – aber nur soweit es Kate und Leonardo betrifft. Die Inszenierung des Schiffsunterganges ist einfach nur bombastisch.


Bowling for Columbine
Eigentlich stellvertretend für alle Michael-Moore-Dokumentar-Ernst-Satire-Filme. Hat völlig zu Recht den Oscar gewonnen. Virtuos! Mag Michael Moore noch so umstritten in der Wahl seiner Mittel sein, er ist zuallererst ein richtig guter Filmemacher. Und wer ein soziales Gewissen hat, der sollte seine Werke auf keinen Fall verpassen.


War-Photographer
Noch ein Dokumentarfilm, diesmal über den Kriegsfotografen James Nachtwei. Was für ein ruhiger, besonnener, taktvoller Mensch, der da mitten im Feuer zwischen Kugeln und Granaten aufrüttelnde Bilder schießt. Ein großer Künstler und Friedenskämpfer – aber auch ein Besessener, Getriebener, Verrückter.


Keine Lieder über Liebe
Ein Film ohne Drehbuch. Die Schauspieler wurden einfach auf Musik-Tournee geschickt, mit punktuellen Vorgaben im realen Leben. Selten authentische Dialoge und Szenen!


Good Bye Lenin
Deutsch-deutsche Geschichtsverarbeitung mal ganz anders. Witzige Einfälle wechseln sich mit traurigen, berührenden Momenten ab. Spitzen-Schauspielerriege aus eigenen Landen! Außerdem äußerst interessantes DVD-Bonusmaterial!


American Beauty
Der amerikanische Vorstadt(alp)traum. Oh Baby!


Grüne Tomaten
Erst den tollen Film gucken! Dann das noch bessere Buch lesen!


Dead man walking
Ist hier irgendjemand für die Todesstrafe? Anschauen. Nachdenken. Schnauze halten! Sean Penn spielt großartig.


Was ist mit Bob
Noch einmal Bill Murray – der diesmal als Psychowrack-Hypochonder Richard Dreyfuss in den Wahnsinn treibt. Der Film steht hier vor allem aus einem einzigen Grund: wegen der definitiv witzigsten Einzelszene! Wenn Bob dem armen Doktor Marvin vor dem Erstickungstod bewahrt und ihm den Hähnchenknochen aus der Kehle springt, dann könnte ich mir jedes Mal vor Lachen in die Hose pinkeln.



Und dann wären dann da noch die mindestens zweihundert anderen tollen Filme, die ich hier nicht alle aufzählen kann: Einer flog übers Kuckucksnest, Little Miss Sunshine, City of God, Billy Elliot, Mein Leben als Hund, Die Abenteuer von Reinette und Mirabelle, Stand by me, Hundstage, Der Malteser Falke, Night on earth, Der Schmetterling, Das Leben ist schön, Die Verurteilten, Der Stadtneurotiker, Babel, Mr. Smith geht nach Washington, Das Boot, Die fabelhaften Baker Boys, Taxi Driver, The Commitments, Angel Heart, Cinema Paradiso, The War Game, Hotel Ruanda, Paris Texas, Kramer gegen Kramer, 12 Monkeys, Ein Fisch namens Wanda, Der freie Wille, Gilbert Grape, Pulp Fiction, Die Kinder des Monsieur Matthieu, Der falsche Mann, Coffee and Cigarettes, Sideways, Control, Music Box, Schmetterling und Taucherglocke, …




=> Nachfolgend noch einige Filmkritiken. Wer hin und wieder einen Blick auf moviemaze.de werfen mag, der findet dort mehr davon.
==> Abschließend dann eine Auflistung von etwa 350 Filmen mit Punktbewertung von 1 (unendlich mies) bis 10 (Meisterwerk). Empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang die Seite criticker.com.





Filmkritik: Sophie Scholl (Wertung: 99%)

Spürt ihr, wie behutsam ich auf die Tasten tippe? Grad so, als führte ich eine Bleistiftspitze ganz vorsichtig über hauchdünnes Büttenpapier – es nicht zu verletzen, die Stille in mir nicht zu durchbrechen, die Ehrfurcht zu bewahren und weiterhin diese feste, aufrichtige und viel zu junge Menschenmädchenstimme in mir nachklingen zu lassen. Beinahe würde ich es vorziehen, gar nichts zu schreiben, weil nichts außer stummer Traurigkeit bleibt, wenn am Ende des Films dreimal die Guillotine durch die vollkommen dunkle Leinwand fällt: einmal durch die Hälse, einmal durch die deutsche Geschichte und einmal durch mein Herz. Aber es muss gesagt werden, jetzt und hier, damit Zivilcourage, Mut und ein unauslöschlicher Wunsch nach Frieden und Freiheit auf alle Zeit in unserem Bewusstsein haften bleiben, wie ein selbstgedrucktes Flugblatt, es muss gesagt werden, wenigstens dies, flüsternd wie ein Schrei: geht ins Kino!

Der Film setzt an der Stelle an, an der die Mitglieder der weißen Rose im verdunkelten Atelier ihre Flugblätter vervielfältigen. Hans und Sophie verteilen sie in der Münchner Universität und werden geschnappt, vom ewig aufmerksamen, urdeutschen Hausmeister. Es folgen einige wenige Tage der Vernehmung, die standrechtliche Aburteilung im Schauprozess durch den Unrichter Freisler und die umgehende Hinrichtung. Der Regisseur Marc Rothemund beschränkt sich auf wenig, glücklicherweise, und greift insbesondere auf die Originalprotokolle des Verhörs von Sophie durch den Gestapo-Beamten Robert Mohr zurück – auch so ein urdeutscher Wahnsinn: den Wahnsinn bis ins Kleinste zu bürokratisieren und feinsäuberlich in Akte B, Unterabschnitt F1 abzuheften (bis 1990 übrigens fest und uneinsehbar verwahrt in SED-Archiven). Und gerade dieses Reduzierte, dieses Hinschauen auf das Gesicht und das Hinlauschen auf die Worte, verleiht dem Ganzen Fleisch und Blut, Größe und Nähe und allerwärmstes Menschsein.

Wenn man nicht wüsste, dass Sophie Scholl deutlich anders aussah als die zum Niederknien aufspielende Julia Jentsch, dann könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass da jemand durch die Jahrzehnte zurückgereist ist und klammheimlich alles aufgenommen hat: die zitternden Lippen, die betenden Hände, den zärtlichen Blick durchs vergitterte Fenster hinauf in Gottes unerschütterlichen Wolkenhimmel.

Und damit möchte ich auch schon schließen und wieder Ruhe einkehren lassen. Mögen wir nie vergessen, dass sie gestorben ist. Warum sie gestorben ist. Und vor allem: wofür! Sophie – was für ein schöner Name!





Filmkritik: Schmetterling und Taucherglocke (Wertung: 95%)

Wir alle kennen sie, diese kleinen Empfindungen am Rande, die das Leben so still und nebenbei bereichern, es so kostbar machen, dass wir nicht mal mehr darüber nachdenken oder gar innehalten, um sie bewusst wahrzunehmen: Das Gefühl, wenn man sich winzige Schokosplitter von der Lippe leckt; die warme Hand, die ein freudiges Hallo druckvoll erwidert; das Wegwischen einer Haarsträhne; das Abstreifen der Schuhe nach einem langen Tag. Stellt euch vor, auf all dies müsstet ihr verzichten. Auf all dies und noch unendlich viel mehr: die Zähne zu putzen, die Nase zu schnäuzen, den Kopf in den Wind zu drehen, einen Freund zu umarmen, mit euren Kindern zu toben, zu schwimmen, zu tanzen, zu singen, zu lachen, zu fluchen, zu küssen … aufrecht zu gehen – und überhaupt gehen zu können … „ich“ zu sagen – und überhaupt etwas sagen zu können …

Unvorstellbar, oder?! Und genau dieses vollkommen Undenkbare erzählt der Film – das tatsächliche Schicksal von Jean-Dominique Bauby, der im Jahr 1995, 43-jährig und mitten im bewegtesten Leben stehend, aus heiterem Himmel einen Schlaganfall erleidet. Eben noch Chefredakteur der Modezeitschrift „Elle“, gut aussehend, erfolgreich, umschwärmt, verheiratet (3 Kinder), getrennt und neu verliebt, voller Blut und Tatendrang – und plötzlich absolute Funkstille. Nichts geht mehr. Gar nichts. Locked-in-Syndrom.

Der Film setzt an der Stelle an, an der Jean-Do die Augen öffnet und schemenhaft die Ärzte und Schwestern um sich herum durch sein linkes Auge erblickt. Und damit ist auch schon alles (wirklich alles!) umschrieben, was ihm von seiner Körperlichkeit geblieben ist: das Auf- und Zuklappen seines linken Augenlides. Sonst nichts. Was für eine Bauchschuss-Krebs-Sie-haben-Aids-Diagnose!

Von diesem Punkt aus könnte man viele Pfade einschlagen. Der Regisseur (und äußerst erfolgreiche Maler) Julian Schnabel (Before Night Falls) beschränkt sich glücklicherweise weitestgehend darauf, die Innenansicht und nichts als die Innenansicht des Protagonisten zu bebildern. Hinzukommend hört man seine Gedanken. Das Entsetzen ob der Tatsache, dass er nicht mehr sprechen kann. Die Fassungslosigkeit über die Unabänderlichkeit seines Zustandes. Die Traurigkeit. Das Einsamsein. Die Verzweiflung. Und dann das langsame Aufflackern des Lebensfunkens. Die mühselige Zwinkerkommunikation mit der Umwelt. Das innere Aufbäumen und gedankliche Losflattern. Letztlich diese drei Dinge: Fantasie und Erinnerung – und das Wollen!

Buchstabe für Buchstabe diktiert Jean-Do seine Lebensgeschichte, seine Situation und seine Gefühle. Schließlich wird daraus ein Buch, das sofort zum Bestseller avanciert. Und 10 Jahre später wird aus dem Buch ein Film, der zahlreiche Preise einheimst. Vollkommen zu Recht, denn einerseits gelingt es der Kamera sehr eindringlich und realistisch aufzuzeigen, was Jean-Do sieht und fühlt: das Eingeschlossensein in sich. Andererseits entstehen Szenen voller Poesie und Schönheit: das Schmetterlingsschweben.

Und so erzählt der Film auf leiseste und zärtlichste Weise nicht einfach nur eine wahre Geschichte. Er lässt einen vielmehr selbst dort liegen, gefesselt ans Krankenhausbett. Und man fängt an, darüber nachzusinnen, was es wohl bedeuten würde, vom Schicksal derart atomisiert zu werden und nahezu alles zu verlieren, was einen ausmacht. Und andersrum: was es heißt, NICHT dort liegen zu müssen und man selbst sein zu dürfen, mit seinen ganz persönlichen Problemen. Ich für meinen Teil habe meinen müden Leib im Kinosessel vorgebeugt und das Schmerzen meines verspannten Genicks verspürt. Was soll ich sagen: selten war ich so empfänglich und dankbar dafür. Und was für dieses gilt, für mein knirschendes Leben, gilt auch für jenes, für den Film nämlich: was für ein Geschenk!





Unsere Erde (Wertung: 95%)

Eine Wertung von 100% ist nur ganz, ganz wenigen meiner absoluten und unvergänglichen Lieblingsfilmen vorbehalten, und dorthin, also ganz nach oben in die Riege der definitiven Wunderwerke meines persönlichen Geschmacks, schafft es „Unsere Erde“ nicht so ganz, eher zu guten 80 – 85% Ich möchte aber noch ein paar Extrapunkte vergeben, damit es klipp und klar wird und nicht das geringste Restzaudern bleibt: geht hinein und schaut es euch an! Und zwar zackig, sonst werden die Eisbären und Elefanten und Paradiesvögel womöglich wieder mal von Bruce Willis oder irgendwelchen abstrusen Keinohrhasen verdrängt…

Filme, die die Schönheit der uns umgebenden Natur im Kleinen zeigen, habe ich zuletzt einige gesehen („Der Schmetterling“, „Die Reise der Pinguine“, „Der Fuchs und das Mädchen“), und alle sind zu empfehlen, denn uns modernen, stressgeplagten, virtuellen Computermenschen kommen Zeit und Muße zum Stehenbleiben und Betrachten und Genießen dieser ursprünglichsten Dinge immer mehr abhanden. Von unseren Kindern ganz zu schweigen, die häufig eben nicht wissen, dass Kühe NICHT lila sind. Allein schon aus diesem Grund ist alles willkommen, was ein wenig Rückbesinnung auf Wind und Wärme und Tiere und Pflanzen und den Lauf des Lebens mit sich bringt.

Aber damit ist es ja leider nicht genug, denn nicht nur der Blick für die Natur entzieht sich uns zusehends, auch die Natur selbst tropft uns wie Pech durch die Finger, seit Jahrzehnten schon und es nimmt und nimmt kein Ende: Nordseeverklappung, Ölpest, Waldsterben, saurer Regen, Ozonloch, Treibhauseffekt, Klimawandel – der menschlichen Unfantasie sind offenbar keine Grenzen gesetzt.

Und da kommt dieser global angelegte Dokumentarfilm genau zur rechten Zeit und macht genau das Richtige: er lässt den pädagogischen Zeigefinger in der Tasche, erhebt (von einigen Worten im Abspann) keine direkte Anklage, buhlt nicht um Tränen und Mitleid und Betroffenheit. Er zeigt uns einfach, was wir besitzen, was für ein einzigartiger Schatz da in unseren Händen liegt.

Noch ist es nicht zu spät, noch können wir bei all dem, was der Film uns vor Augen führt, aufrichtig und wahrheitsgemäß sagen: ja, diese atemberaubende Vielfalt hat die Erde zu bieten! Noch ist es Gegenwart, jetzt und hier und unmittelbar um uns herum, und noch dürfen wir die letzten Exemplare verschiedener Tierarten zu unseren Zeitgenossen zählen. Noch.

Fünf Jahre Produktionszeit. Gefilmt von einer 40-köpfigen Spezialistentruppe. Mehr als 200 Schauplätze. Stolz können sie sein, all die Macher rund um Regisseur Alastair Fothergill („Deep Blue“), die da in mühevoller Kleinarbeit tausend Perlen aufgereiht haben. Und eins ist gewiss: Ihr leises und unaufdringliches Flüstern hallt lauter und tiefer in mir nach, als es der wütendste Anklageschrei jemals hätte tun können.





Filmkritik: Gegen die Wand (Wertung 50%)

Noch heute sehe ich Yasemins Gesicht vor mir: dunkle Haare, dunkle Augen, lange Wimpern und einen lächelnden Zug um den Mund. Ein hübsches türkisches Mädchen, das sich in einen deutschen Jungen verliebt und dadurch ihre Familie entehrt, Schande über sie bringt und schließlich den zu befürchtenden Repressalien entfliehen muss. Eine wunderbar einfühlsame Geschichte über zwei Kulturen in einer Brust, über zwei Herzen im Gleichklang, über Zartgefühl und Nähe, über Sehnsucht und aufrichtige Bedürfnisse. Menschen unter Menschen eben, wahr und wahrhaftig. Ja, das war Yasemin von Hark Bohm, war, damals: Bundesfilmpreis in Gold, völlig zu Recht.

Gegen die Wand stapft in eine ähnliche Richtung. Wieder möchte eine türkische Frau aus der kulturellen Enge ausbrechen, möchte leben (was sie so leben nennt), möchte in Hamburger Diskotheken tanzen, Drogen nehmen, ihren Kopf in jeden dunklen Wandschrank stecken – und vor allem ficken. Sorry, aber ich zitiere nur!
Auf der Berlinale wurde der Film euphorisch gefeiert und mit einem Goldenen Bären geehrt – was einen Flächenbrand in der Presse entfachte, schließlich hat die Hauptdarstellerin, Sibel Kekilli, sehr eindringliche Erfahrungen mit Großaufnahmen in diversen Hardcore Pornos gesammelt.

Nach einem Selbstmordversuch landet Sibel (ja, sie heißt auch im Film so!) in der Psychiatrie und lernt dort Cahit kennen, nach eigener Aussage, und damit trifft er absolut ins Schwarze, ein runtergekommener Penner, verloddert und ständig besoffen. Auch er dem Tode gerade knapp entronnen, mit dem Auto frontal gegen eine Betonmauer gerast, ohne Bremsspuren.
Sibel bittet Cahit (der einen deutschen Pass hat), sie zu heiraten. Sie bittet und bettelt und fleht verzweifelt, und schlitzt sich vor seinen Augen die Pulsadern in einer Kneipe auf. Na dann, da kann man ja nicht anders: Cahit lässt sich breitschlagen. Die beiden Scheinturteltauben geben sich vor Gott das Jawort und ziehen in des Meisters urgemütliche Zweizimmer-Kaschemme ein – von Vater und Mutter und der ganzen getäuschten Hochzeitsschar mit den besten Wünschen gesegnet. Türke zu Türkin, so ist’s brav, so soll es sein.

Sibel und Cahit ficken nicht miteinander. Sibel nimmt ihren Angetrauten bestenfalls zum Tanzen mit und schnappt sich dann einen anderen, den sie ficken kann. Und Cahit fickt mit einer Bekannten (aber hallo!). So ungefähr läuft das ab; melodielos knirscht die Nadel über das zerkratzte Vinyl. Bis sich Cahit und Sibel ineinander verlieben. Warum eigentlich? Und bis Cahit dann vor Eifersucht einem Typen (mit dem Sibel mal gefickt hat) mit dem Aschenbecher das Licht ausknipst und in den Knast kommt.

Sibel geht nach Istanbul und verdingt sich für kurze Zeit als Zimmermädchen. Dann hat sie genug vom öden Alltag und lebt wieder: nimmt Drogen, liegt irgendwo bewusstlos auf dem Linoleum und wird hinterrücks von einem Kerl – na, ihr wisst schon. Schließlich wird sie in einer Seitengasse niedergestochen.

Jahre später kommt Cahit frei, fliegt schnurstracks nach Istanbul und trifft sich mit seiner Perle, die mittlerweile ein Kind hat, in einem Hotelzimmer. Was sie dort machen, kann sich jeder selbst ausmalen. Cahit will mit ihr und dem Kind fortgehen. Er wartet am nächsten Tag im Bus. Aber Sibel kommt nicht. Vermutlich kommt sie woanders.

Habe ich was vergessen? Egal. Vielleicht dies noch: Regisseur Fatih Akin hat Talent, keine Frage, wuchtig und krass, mitunter virtuos. Ebenso der äußerst präsente Hauptdarsteller, Birol Ünel, für mich DIE Entdeckung des Films. Aber sonst?! Viel Lärm um wenig. Die ganze Liebesgeschichte stinkt von vorne bis hinten und ich glaube nichts davon, keine einzige Silbe dieser grobschlächtigen Streicheleinheit. Die Seele fehlt. Das Gefühl. Irgendwo habe ich in diesem Zusammenhang gar das Wort „romantisch“ gelesen. Ach du liebes Bisschen!

Wer gerne schaut, der bekommt in 116 Minuten viel geboten. Wer hingegen mitfühlen und nachdenken und hinterfragen möchte, von verstehen ganz zu schweigen, der muss wohl den Gang in die Videothek antreten und dort nach Yasemin fragen. Wahrscheinlich vergeblich. Leider.





Filmkritik: Der Schmetterling (Wertung: 85%)

Dieser Falter ist wahrlich eine biologische Weltsensation: tag- und nachtaktiv, feuerrot, eine Spannweite von etwa einem Meter dreißig und die größten blauen Augen seit der Erfindung des Vollmondes. Mitten auf seiner Brust prangen drei Buchstaben, NBA, und wenn er seine verschmitzten Mundwinkel zu einem Lächeln anhebt, oder eine dieser göttlichen Schnuten aufsetzt, dann verblassen sogar die atemberaubenden französischen Alpen im Hintergrund – und urplötzlich springt einem dieser wärmende Gedanke vom Großhirn runter in die Brustgegend (vielleicht zum ersten Mal im Leben): Wer jetzt immer noch der Überzeugung ist, keine Kinder zu wollen, der muss ein Vollidiot sein, oder ein Granitblock, oder The Last Action Hero. Selten so etwas Süßes gesehen!

Julien ist 76 Jahre alt, und hätte sein breiter Nasenrücken nicht diesen grabentiefen Sprung im oberen Drittel, er wäre ein perfekter Käpt’n Iglo, kurze Haare, stoppeliger Bart, beides schneeweiß. Es wird zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber irgendwie spürt man, dass der alte Mann schon seit vielen Jahren leise vor sich hin schlurft, unspektakulär und ein bisschen traurig, und seine Schmetterlinge aus allen Teilen der Erde zusammensammelt, sie von der unansehnlichen Larve zur flatternden Schönheit züchtet und irgendwann hundertfach hinter Glas an die Wand hängt; dritter Stock im elften Pariser Arrondissement. Pscht!

Das alles ändert sich erst, als die achtjährige Elsa mitsamt der Frau Mama über ihm einzieht und mit einem lauten Tock-Tock-Tock unüberhörbar in sein Leben tritt. Elsa liebt nämlich Basketball (schließlich sind alle Basketballer groß, und eben das möchte sie auch mal werden: richtig groß), und wenn sie nicht schlafen kann, womöglich weil ihre ebenso junge wie allein erziehende Mutter sich mal wieder nicht um sie kümmert, dann sind ein paar Dribbelübungen gewiss nicht des Schlechteste. Tock-Tock-Tock. Na, das kann ja heiter werden! Und das wird es dann auch, nämlich genau in dem Moment, in dem Julien in die Berge aufbricht, um ein besonders seltenes Nachfalterexemplar einzufangen. Elsa schmuggelt sich heimlich in seinen Wagen, und nach Schock, Gang zur Polizeistation, zögerndem Hin und Her und einem tief geseufzten „meinetwegen“ nimmt Julien sie mit auf seine Tour. Die beiden wandern durch Wälder und Berge, treffen Kuh und Birke, und die Kleine löchert und nervt ihn mit tausend Fragen. Sie reden miteinander, sie zelten, und ganz leise umschmeichelt sie der laue Sommerwind, Hand in Hand.
Viel mehr gibt es nicht zu erzählen. Eine traumhafte Naturkulisse, zwei grandiose Hauptdarsteller und eine Annäherung. Eine Annäherung an Julien und Elsa; eine Annäherung an das, was beide mit sich tragen; eine Annäherung an das Leben.

O wie ich sie liebe, diese französischen Filme voller Poesie und Leichtigkeit. Wer einmal von ihnen ganz sanft eingesponnen wurde, sei es nun vom grünen Leuchten, von Pauline am Strand oder von der fabelhaften Amélie, der wird sich ihnen nie wieder entziehen können und sich immer wieder gerne aufs Neue hingeben, ihnen lauschen und mit dem Kinn auf den Knöcheln entgegenlächeln. Es ist, als ob plötzlich der Motor des hetzigen Alltags ausgeschaltet wird und die Tragflächen im lautlosen Gleitflug über die Ebene schweben. Und es fühlt sich an wie ein warmer Sommerschauer, der hernach dunstig über den Feldern steht, und in dem man nichts und alles sehen kann. Man schaut einfach nur zu und wiegt sich selbst im Wohlgefühl.

Kürzlich habe ich in der Zeitung gelesen, dass die Geburtsrate in unseren 16 Bundesländern nach wie vor rückläufig ist. Wie kann das sein? Vielleicht sollte sich unser Familienministerium mal diesen Film anschauen und ihn zweimal im Jahr im Fernsehen zeigen lassen. Für mich gibt es da nämlich nicht den geringsten Zweifel – der Buggy-Absatz würde steigen und einen neuen Modenamen hätten wir gratis obendrein. In diesem Sinne, Deutschland, vive la France!





Filmkritik: Liebesleben (Wertung: 45%)

Dass es Frauen gibt, die ihren Männern hörig sind (oder umgekehrt: die Männer den Frauen), soll ja hier und da vorkommen, auch solche, die irgendwelchen dahergelaufenen wildfremden Typen blindlings verfallen, ihnen nachrennen, sich anbieten, hingeben, unterwerfen, wegschmeißen, zerstören. Ja, ja, ja, alles gut und schön, ich hab’s auch schon bei Olli Geißen auf RTL gesehen. Aber wenn so etwas nicht im Geringsten motiviert, nicht mal ansatzweise nachvollziehbar ist, also keine Begründung im wundervollen Verhalten des Angebeteten oder in seiner außergewöhnlichen Person findet, und wenn ferner nicht mal ein psychologischer Wurmfortsatz wie mangelndes Selbstwertgefühl vorhanden ist, wenn es eben einfach mal so passiert, ohne Sinn und Verstand – dann ist das ausgesprochen befremdend und ärgerlich, mehr noch: überflüssig und dämlich.

Jara ist gut verheiratet, hübsch, jung, intelligent und bereitet sich gerade auf ihre Magisterarbeit vor, genauer gesagt: sie sucht das geeignete Thema! Da taucht plötzlich der alte Studienkollege ihres Vaters auf, der irgendwie geheimnisvoll mit der Vergangenheit ihrer Eltern (und mir ihrer eigenen?) verbunden ist – und das oben Umrissene nimmt seinen Lauf! Zugegeben, mit seinen 60 Jahren sieht der ergraute Herr noch sehr passabel aus, aber das war’s dann auch schon. Er redet ziemlichen Unsinn, wenn er denn überhaupt was sagt, und bleibt als Person in jeglicher Hinsicht äußerst vage und fragwürdig. Wutsch, da wirft sie sich ihm an den Hals, zieht seine Hosen an und knetet an der Tröte. Tja, sie kann einfach nicht anders. Wieso eigentlich? Ruhe – hier wird nicht gefragt!
Und dann geschieht es eben, das Unaussprechliche, das Ruppige, das Gehechelte. Wenn es denn nun auch noch ganz fantastisch wäre oder zärtlich oder romantisch oder leidenschaftlich (wie seinerzeit bei Jeremy Irons und Juliette Binoche in „Verhängnis“), ja, dann könnte ich mich glatt darauf einlassen – ABER DAS ALLES IST ES NICHT!

Der Aschenbecher behandelt das Vögelchen wie Dreck. Er schiebt es in die Abstellkammer, wann immer er will. Er nähert sich schroff von hinten. Er behobelt es vor den Augen eines noch älteren Herrn – und lässt diesen sogar mitmachen. Da läuft das Vögelchen weg. Und wieder hin. Und wieder weg. Und wieder hin. O Mann, gebt ihr doch endlich Retalin…

Will ich mir das alles bis zum Schluss anschauen? Nun, ich hab’s getan. Und es war schmerzlich! Aber so habe ich wenigstens noch die großen Worte vernehmen dürfen, die am Ende gesalbt werden: Du bist ein ungedeckter Scheck! Oder auch: Nun weiß ich endlich, welches Thema ich wählen werde. Jo, is klar.

Der Film ist die erste Regiearbeit der Schauspielerin Maria Schrader. Und die ist gar nicht mal schlecht. Nur, werte Frau aus dem Schneeland, wählen Sie beim nächsten Mal bitte einen Stoff mit etwas mehr Herz und Seele aus. Und überlassen Sie den Zauberer von KOZ einfach jemand anderem.





Filmkritik: Winterreise (Wertung 55%)

Das Lieblingswort vom Brenninger Franz aus Wasserburg am Inn, dessen Eisenwarengeschäft (genau wie er selbst) kurz vor dem unabwendbaren Ruin steht, lautet unangefochten: Oarschloch. Das schleudert er jedem so locker und selbstverständlich aus dem Handgelenk entgegen, als wäre John-Wayne-Selig mit seinem Colt auferstanden; dem Bankleiter, der ihm keinen Kredit mehr gewähren kann; dem Lieferanten, der nur noch gegen Vorkasse den Laderaum öffnet; seinen beiden Kindern, die sich Sorgen um ihn machen. Oarschloch hier, Oarschloch da. Die ganze Welt, ausnahmslos: ein Oarschloch! Ich habe mitgezählt: 84 Verballeichen in 99 Minuten. Respekt!

Ja, er ist beileibe kein netter Mann, dieser vierschrötige Kerl, der sich wie ein Dampfkessel durchs Leben schimpft und allezeit kurz vor der Implosion steht. Stets nimmt er den ganzen Raum für sich alleine ein. Ansonsten interessiert ihn nur wenig. Vielleicht noch am Rande seine Frau Mucki, die an einer Augenkrankheit leidet, zuhause im Bett liegt und ihren Franzl irgendwie stoisch erträgt (oder liebt?), auch wenn er ihr frei heraus gesteht: „Deine Cartier-Uhr habe ich verkauft und das Geld verfickt.“

Wäre nicht die Leinwand zwischen der Hauptfigur und mir, ich würde gewiss den Saal verlassen und zum Abschied den Mittelfinger heben. So aber bleibe ich sitzen und verfolge fasziniert diese überaus fulminante Einmannshow, die Josef Bierbichler hier abliefert. Er beherrscht jede Szene so eindringlich, dass sogar Hanna Schygulla zur unscheinbaren Randfigur verkommt. Von Sibel Kekilli ganz zu schweigen. Die bleibt so blass und leblos wie ihr Teint. Trüge sie nicht einen quietschgelben Mantel, würde sie sich wohl wie Nebel in nichts auflösen.

Begleite ich den Hauptdarsteller gerne, so vermag mich die Geschichte nur in der ersten Halbzeit zu fesseln, so lange, bis die völlig überflüssige Kenia-Episode ihren Lauf nimmt. Brenninger lässt sich nämlich auf ein dubios-dämliches Angebot ein und überweist 50.000 Euro, die er von seinem Sohn für die Operation seiner Frau bekommen hat, auf ein afrikanisches Konto. Naja, die Kohle ist natürlich weg, und so fliegt er selbst hin zum fremden Kontinent, um es dort auf eigene Faust zu richten. Und das macht er dann auch. Er überfällt mitten in der unendlichen Steppe einen Unbekannten (oder ist das gar der gesuchte Übeltäter?) und entwendet 200.000 Dollar. Die gibt er seiner Dolmetscherin Leyla. Für seine Mucki. Dann geht er in die Büsche. Und Leyla lässt ihn ziehen! Und zwei Schüsse fallen. Und die Lok zischt zum letzten Mal.

An dieser Stelle würde ich eigentlich schließen, mit einem Daumen steil nach oben und einem schräg nach unten. Aber halt, halt, halt. Ich habe mir die DVD ausgeliehen und das Bonusmaterial angeschaut. Und dort erklärt Regisseur Hans Steinbichler, dass es sich um die Geschichte eines Manisch-Depressiven handelt. Also nicht einfach bloß ein Kotzbrocken, der ob seiner persönlichen Insolvenz zerbröselt und zetert und weint, sondern ein Kranker! Ups.
Und tatsächlich: Die Filmmusik von Franz Schubert kreist um genau dieses Thema. Das weiß doch nun wirklich jeder. Außerdem durchlebt Brenninger hin und wieder durchaus traurige Phasen. Ganz ehrlich, ich hätte es merken müssen. Oder zumindest ahnen. Allerdings, auch ganz ehrlich: vielleicht hätte es der Regisseur deutlicher und verständlicher in eine bis zum Schluss adäquate Handlung einbauen sollen!

Und so bleibt letztlich umso entschiedener ein dickes, fettes SCHADE. Denn ich hätte mir die komplexe Krankengeschichte eines Manisch-Depressiven, mit all ihren Notwendigkeiten und Konsequenzen im ureigensten Umfeld, wirklich gerne angeschaut – besonders bei diesem genialen Hauptdarsteller. Aber der muss sich ja unbedingt in Kenia zum Seitenausgang hinaus schleichen und sich das Hirn wegpusten …





Filmkritik: 21 Gramm (Wertung 75%)

Man kennt das ja: Manche Gerichte sind so lecker, dass man sich nicht bremsen kann und sie mit weit aufgerissenem Mund regelrecht hinunterschlingen muss, Gabel für Gabel und Nachschlag inklusive – aber gleichzeitig so scharf und fettig, dass man sich hinterher rastlos mit schwerem Magen auf der Matratze wälzt und dutzendfach in stetem Wechsel über die linke und rechte Bettkante hinweg ins Dunkle starrt. Wer sich also auf „21 Gramm“ einlassen will, der sei gewarnt und lese die Speisekarte vorher ganz genau, es ist nämlich keine leichte Hollywood-Mainstream-Kost, die einen da erwartet, beileibe nicht: Chili, Knoblauch, Majoran, und alles dick mit Käse überbacken.

Wenn man die Geschichte in einer halbwegs stringenten Abfolge wiedergeben möchte, was der Film ebenso eindringlich wie ausdrücklich nicht versucht, dann vielleicht so: Der ehemalige Gewohnheitsknacki Jack Jordan, jetzt geläutert und unerschütterlich auf dem Wege Jesu, überfährt, ohne dabei identifiziert zu werden, einen Familienvater und dessen beiden Töchter; alle drei sterben. Jack begeht Fahrerflucht und kehrt zu seinem gewohnten Leben, Frau und Kinder in sozialer Randlage, zurück, um sich später dann doch seiner Verantwortung und der Polizei zu stellen, zitternd und zerfressen, aber aufrecht.
Als Christina Peck in der Notaufnahme vom Tode ihrer drei Liebsten erfährt, bricht für sie nicht nur das Leben und die Welt zusammen, es öffnet sich auch die bisher ach so zarte Frühlingswiese unter ihren Füßen, und ein Fall ins peitschende Fegefeuer beginnt, endlos, sinnentleert und nur mit Alkohol und längst vergessenen Pillen zu betäuben.
Schrill ertönt der Pieper und reißt den Mathematikprofessor Paul Rivers und seine Freundin aus dem Schlaf. Ein kurzer Rückruf im Krankenhaus, und der unfassbar ferne Strohhalm scheint in letzter Sekunde doch noch greifbar: ein Spenderherz für Paul. Die Operation gelingt, und alles ist wieder möglich, sogar der (Alp)Traum vom Kind – ein Neubeginn?
Und genau an dieser Stelle fließt dann alles ineinander. Paul möchte wissen, wer für sein eigenes Fortbestehen sein Leben lassen musste, und verliebt sich in Christina. Christina widerstrebt zunächst, schlingt ihre Arme dann aber doch, nach einem fassungslosen Schreikrampf, verzweifelt um Pauls Schultern. Dauerhaften Halt kann sie allerdings auch durch Paul nicht finden, denn Jack wird auf freien Fuß gesetzt (und verlässt seine Familie). Und Christina wird fortan nur noch von einem Gedanken beherrscht: Jack soll sterben. Und dann besorgt sich Paul, dessen Körper das neue Herz sukzessive abstößt, einen Revolver …

Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu wechselt immer wieder sprunghaft und gekonnt die Zeitebenen, nimmt vorweg, blickt zurück, lässt hier und da mal kurz etwas aufblitzen. Gleichzeitig verleiht er dem Ganzen durch den wiederholten Einsatz der wackeligen Handkamera eine beeindruckende Authentizität. Man ist irgendwie ganz dicht dran, am Leben, am Sterben, an all den Fragen, die der Film aufwirft und unbeantwortet lässt, aufwühlend und intensiv, beschaulich und unscharf. Und allzeit fordernd.

Als wäre das alles nicht schon mehr als genug, besticht der Film zuallererst und zu guter Letzt dann noch durch eines: durch drei unsagbar famose Schauspieler. Sean Penn als Paul – der den gerade erhaltenen Oscar für die beste männliche Hauptrolle (in Mystic River) schon längst verdient hat. Benito Del Toro als Jack, mit unglaublicher Leinwandpräsenz – und Noami Watts als zerbrochene Christina. Und wem das immer noch nicht reicht, der kann so ganz nebenbei ein freudiges Wiedersehen mit der kleinen französischen Diebin Charlotte Gainsbourg feiern, die sich in nahezu zwei Jahrzehnten kaum verändert hat.

Wie eingangs bereits betont, es ist keine leicht Kost, aber wenn man dann seine Ruhe wieder gefunden hat und im Kinosessel den Abspann betrachtet, dann ist über allem ein Schweben, und ein Schweben ist in allen Dingen: genau 21 Gramm leicht – das Gewicht, das jeder Körper verliert, wenn er von dieser in jene Welt übergeht.





Filmkritik: Hallam Foe (Wertung 40%)

O Mann, wer hätte das gedacht. Da habe ich vorab den Trailer gesehen, einen Zeitungsartikel gelesen und mich inständig auf ein Wiedersehen mit dem Hauptdarsteller gefreut, der seinerzeit seinen Tanzzauber als Billy Elliott verbreitete, und was passiert dann?! Je länger ich dabei zusehe, wie die Protagonisten das Drehbuch und die Handlungsabfolge durchaus gut gespielt auf die Leinwand bringen, desto ungläubiger werde ich, leide zunehmend körperlich, und würde nach fünfmaligem Kopfschütteln am Liebsten den Saal verlassen. Vielleicht sind es die schön fotografierten Bilder, die mich halten, oder der grandiose Soundtrack, aber gewiss nicht die Story…

Das war doch schon mal so? Aber wann? Ah ja, genau, bei „Gegen die Wand“ von Fatih Akin! Und damit wird auch klar, was mir missfällt, was mich enttäuscht, ja sogar entsetzt und unangenehm mit spitzen Fingern in der Magengrube packt. Das Ganze hat keine Seele! So lebt und fühlt doch kein Mensch aus Fleisch und Blut! Niemand liebt auf diese Art und Weise (um mal das größte aller Worte zu deplatzieren). Klaus Kinski vielleicht, wenn man seinen eigenen Aussagen trauen darf, aber der ist schon lange tot. Und falls doch irgendwo derart unmotiviert an den Hosenstall gegriffen werden sollte: verdammt noch mal, es interessiert mich null, ich will’s nicht hören, nicht sehen, nicht ahnen. Schon gar nicht im Filmtheater meiner Wahl.

Hallam Foe lebt mit Vater und Schwester in einem riesigen alten Herrenhaus auf dem Land. Seine Mutter starb vor zwei Jahren im familieneigenen See. Selbstmord offensichtlich. Nur Hallam will es nicht glauben, er verdächtig seine Stiefmutter, die bildschön-edelkalte Ex-Sekretärin seines Vaters. Hallam hat seither einen Tick, eine Störung: er beobachtet alle und jeden, stellt ihnen klammheimlich nach, den Dorfbewohnern, seinem Vater, und natürlich der bösen Hexe. Ein echter Spanner mit gigantischem Fernglas, der nachts hoch oben im Baumhaus schläft. Eines Tages bekommt des Vaters Angetraute Hallams Tagebücher in die zarten Finger, entdeckt dessen dunkle Seite und stellt ihn zur Rede. Hallam hasst sie und würgt sie bis aufs Blut. Doch dann fasst sie ihm gefühlvoll in den Schritt und die beiden schieben ein schnelles Nümmerchen auf dem splittrigen Holzboden. Toll gemacht! Großer Sport!

Alsbald begibt sich Hallam in die Stadt und begegnet dort einer attraktiven Frau – die zufällig haargenau so ausschaut wie seine verstorbene Mama. Na klar, da kann der Bursche ja nicht anders und muss rasch hinterher, rauf aufs Dach, besonders nachts, und nix wie hineingelinst in die erleuchteten Fenster. Er sieht ihr beim Boxtraining zu, bewundert ihre goldenen Locken und wird Zeuge, wie sie von einem (verheirateten) Kollegen (Kind hat er auch) so richtig schön rangenommen wird, hart und schnell und trotz fehlendem Gummi garantiert gefühlsecht. Oder so.
Soll ich noch mehr erzählen? Dass sie im Hotelmanagement arbeitet etwa?! Und Hallam anstellt?! Zuerst als Küchenhilfe und dann als Page. Dass sie sich dann näher kommen und für ihren Genitalbereich Synonyme suchen… dass die werte Dame es manchmal süß und manchmal sauer mag… dass sie sich trennen, weil der Spanner entlarvt wird… dass Hallham seine Stiefmutter fesselt und knebelt und sie im See versenkt (um sie natürlich in letzter Sekunde rauszuziehen und Mund zu Mund wiederzubeleben)… dass der Vater schließlich noch etwas Bedeutsames mit großen Worten zum Besten gibt… och nö… ich erspar es mir – und euch…

Und so denke ich zu guter Letzt an Billy Elliotts alten Herrn, dem man in jeder Sekunde jede einzelne Geste, jede Regung und jedes Gefühl der Arbeiterklasse abnahm. Oder an die Tanzlehrerin, älter zwar als Blondchen und Stiefmutter, aber eine echte Frau mit Wärme und Herz. Und natürlich an Billy, dem ich zurufen möchte: hops noch einmal zu den wundervollen Town-Called-Malice-Klängen durch die schmutzigen Straßen und fliege, fliege Billy, dem Himmel entgegen und nimm meine Träume mit!





Filmkritik: Kroko (Wertung: 75%)

Und, wie war der Film?
Ja, ganz nett, gutes Fernsehniveau, vielleicht sogar sehr gutes, mit lebensnaher Geschichte, zumeist stimmigen Dialogen und glaubhaften Charakteren. Allerdings, um erst gar keine falsche Vorstellung über dieses hoch gelobte deutsche Erstlingswerk aufkommen zu lassen, auch mit deutlichen Defiziten in Punkto leinwandgerechter Bildsprache und Inszenierung – da ist man im Kino dann doch, auch aus eigenen Landen, eine andere Messlatte gewohnt.

Also kann man getrost warten, bis der Streifen demnächst im ZDF läuft?
Nein, auf keinen Fall! Auf gar keinen Fall!! Reingehen, unbedingt!!! Der Film bietet nämlich, neben der gelungenen Einbeziehung von behinderten Menschen, etwas ganz Besonderes, ja Einzigartiges, und das sollte man sich nicht entgehen lassen, es sich nicht zuhause in der Glotze anschauen, nicht auf finzeligen 60 mal 40 Zentimetern: diese Augen! Diese unglaublichen Augen der Hauptdarstellerin! Nicht dass sie etwa außergewöhnlich hübsch sind (sie sind sehr nett und blau, gar keine Frage) – sie haben schlicht und einfach einen unfassbaren Blick, geradezu unvergesslich, diese gelangweilt angenervte lasst-mich-bloß-in-Ruhe-ich-mach-und-klau-was-ich-will-Obertussen-Großfressen-Dummlaber-Arroganz, die genau zwischen Wangenknochen und Stirnfalte sitzt. Wat gucksten so blöd, du Arrsch? Willste eene in de Fresse? Mit einem einzigen Rollen von links nach rechts ist alles gesagt. So was hab ich in dieser Form noch nie zuvor gesehen, vielleicht mal ansatzweise in der realen Straßenbahn, aber gewiss noch nicht im Kino.

Dieser blonde Berliner Großstadtalptraum aller Eltern und Lehrer und Nachbarskinder, diese Schauspiel-Debütantin Franziska Jünger, sie transportiert das Angepisstsein nicht einfach nur – sie ist angepisst. Um es mit zwei Worten unmissverständlich auf den Punkt zu bringen: Weltklasse angepisst. Wobei man relativierend hinzufügen muss, dass sie, sobald sie aus dieser Kotz-Attitüde heraustritt, sobald sie menschlicher, wärmer und weniger unerträglich wird, dann doch nicht mehr als eine talentierte Debütantin ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Kroko setzt sich ungefragt ans Steuer eines zufälligen Bekannten, rast durch die Stadt und katapultiert einen Radfahrer ungebremst von der Straße auf den Gehsteig. Da sie bereits Etliches auf ihrem 16-jährigen Kerbholz hat, wird sie kurzerhand zu 60 Stunden Sozialarbeit in einer Behinderteneinrichtung verdonnert. Sie geht hin, und zieht natürlich zunächst mal die dick zugeschminkten Lider hoch: Pfff. Schließlich ist sie die unangefochtene Anführerin einer Mülltonnen-Gang. Aber, aber, ganz langsam, ganz allmählich, Schrittchen für Schrittchen kommt sie dem Feingefühl näher, der Anteilnahme, den hilfsbedürftigen Mitmenschen – ohne dabei, der Regisseurin sein Dank, jemals auch nur ansatzweise zu Mutter Theresa zu mutieren.

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Schaut es euch an. Oder halt, nein: lasst euch anschauen! Von ganz oben herab. Ihr armseligen Pissnelken.





Filmkritik: Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Frühling (Wertung 70%)

Z.E.N. – sagt das noch irgendjemandem etwas? Achtziger Jahre, Bayerischer Rundfunk, kurz vor Mitternacht zum Sendeschluss (ja, das gab’s damals noch, Sendeschluss; einfach kein Programm mehr). Das war die radikalste Reduzierung, die man sich nur vorstellen kann, Fernsehen für fünfzig Pfennig sozusagen: ein Landschaftsfoto, vielleicht eine dezente Hintergrundmusik, und jedes Mal ein kurzer Aphorismus. So was wie: Habe keine Angst dich langsam zu bewegen, vermeide es aber an einer Stelle zu bleiben.
Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich seinerzeit vor dem Bildschirm gesessen und mich mit mir selbst durchdrungen habe, stundenlang und hundemüde, unfähig aufzustehen, in vollkommener Harmonie mit dem Ticken der Wanduhr und der Delle im Sessel.
ZUSCHAUEN, ENTSPANNEN, NACHDENKEN.

Was das mit dem Film zu tun hat? Ich weiß es zwar nicht mit Gewissheit, aber irgendwo muss es eine Verbindung zwischen diesem und jenem geben. Vielleicht hat der koreanische Regisseur mal in München studiert. Oder der hiesige Kinobetreiber musste damals auch ohne Videorecorder auskommen. Oder das Projekt wurde vom BR co-finanziert. Wie auch immer, es kann kein Zufall und muss eine bewusste Huldigung sein, eine Verbeugung, eine Reminiszenz. Oder, noch besser, ein erleuchteter Blick in ein Paralleluniversum, das ganz sanft neben unserer Welt dahinplätschert.
Es gibt eigentlich keine Geschichte zu erzählen, keinen Plot, ja nicht einmal richtige Sätze im Zusammenhang. Vorschulmönch lebt mit altem Meister in völliger Abgeschiedenheit auf so einer Art Hausboot, mitten im See, tief in den Wäldern. Zehn mal zehn Meter Holzplanken im Quadrat, mit winzigem Tempel exakt im Zentrum, Bet- und Schlafstätte in einem. Kleiner Mönch sagt nichts, großer Meister schweigt. Kleiner Mönch sammelt Kräuter, großer Meister fegt den Boden. Stille. Zeit. Jahre.

Krankes Mädchen wird gebracht. Mädchen wird von Meister geheilt. Blicke. Lächeln. Weltliche Begierden. Teenie-Mönch bettet gesunde Hüften mit heißem Herzen auf kühlem Stein. Mädchen muss gehen. Teenie-Mönch folgt der Nackenlinie.
Erwachsener Mönch tötet Frau wegen Ehebruchs. Verzweifelte Rückkehr zu Meister. Selbstkasteiung. Polizei. Gefängnis. Stille. Zeit. Jahre. Greiser Meister verbrennt sich selbst im Ruderboot. Alter Mönch kommt frei und wird neuer Meister. Kleines Baby wird neuer Vorschulmönch.
Ich schwöre: Das waren jetzt mehr Worte, als der Film in 103 Minuten Text hat!

Es gibt wahrscheinlich nur zwei Arten von Zuschauern, die dem Ganzen etwas abgewinnen können. Die Einen, weil sie bereits nach zwanzig inhaltslosen Minuten in den spärlich besetzten Sitzreihen ungestört die Freundin knutschen können. Die Anderen, weil sie nichts außer sich selbst mitbringen – und hinterher mit nichts außer sich selbst im Arm wieder hinausgehen.
Während des Films habe ich mich gefragt, wann wohl der glücklichste Tag meines Lebens kommen wird – und ich konnte mich daran erinnern. Und plötzlich war es wieder da, das längst verloren gegangene legendäre Fernsehgefühl der Achtziger; genau das ist es nämlich, genau so funktioniert das: Z.E.N. Man darf bloß nicht einschlafen dabei!





Filmkritik: Wir verstehen uns wunderbar (Wertung: 40%)

Charlotte Rampling („Swimming Pool“, „In den Süden“) hatte schon immer diesen ganz besonderen Blick, nach dem man bei den allermeisten Schauspielerinnen, gleich welcher Generation, seit Lauren Bacalls Zeiten vergeblich Ausschau hält: geheimnisvoll, undurchdringlich, distanziert, verführerisch und stets ein wenig unnahbar. Und Jean Rochefort („Ein Elefant irrt sich gewaltig“, „Der Mann der Friseuse“), mittlerweile 77 Jahre alt, hat in seiner unendlich langen Karriere vielfach unter Beweis gestellt, dass er sowohl in komischen als auch in ernsthaften Rollen bestehen kann. Gute Voraussetzungen also für eine Romantic Comedy. Da freut man sich doch drauf!

Es fängt dann auch gar nicht mal so schlecht an. Sie, Alice d’Abanville, ist bissig und unterkühlt, und er, Louis Ruinard, noch immer verschossen bis in den grauen Oberlippenbart und zu allem gewillt. Nachdem Alice, inzwischen eine gefeierte englische Theaterschauspielerin, eine vernichtende Laudatio auf ihn, den französischen Regisseur, der am Ende seiner Karriere steht, gehalten hat, sitzt sich das einstmalige Liebespaar alsbald gegenüber und tauscht nach drei Jahrzehnten Funkstille kleine Nettigkeiten aus.

Alice: „Wie geht’s Deiner Mutter?“
Louis: „Sie ist gestorben – sie wäre ja inzwischen auch schon 112.“
Alice: „Ja, sie hat Dich früh bekommen!“

Sieh an, sieh an, das ist richtig gut und geistreich und macht Appetit auf mehr, aber, tja, leider
hat sich Drehbuchautor Antoine de Caunes, der gleichzeitig auch noch für die Regie verantwortlich zeichnet, von dieser Güteklasse nicht mehr allzu viel einfallen lassen. Von nun an geht’s bergab, die Piste hinunter zu den Niederrungen des Humors: Hey Baby, I wanna know, if you be my girl, uh-ah… (um mal Dj-Ötzi zu zitieren).

Fast möchte ich’s raus schreien, weil ich’s nämlich nie verstehen werde:
- Wieso muss der adelige (und schwule) Ehemann ausgerecht Evelyn Gaylord heißen?
- Wieso muss der überaus hässliche Hund ständig in Louis Nähe furzen, nachts unter seinem Bett liegen und dessen letzte Viagra-Pille fressen?
- Wieso muss der (amerikanische?) Erdnussfabrikant eine nicht zu unterbieten dämliche Karikatur abgeben?
Soll das (und noch einiges mehr) lustig oder gar originell sein? Ist es nicht. Wird es niemals sein. Nicht auf dem Papier und schon gar nicht auf Zelluloid.

Und so mühen sich die beiden Protagonisten, denen man trotz aller Belanglosigkeiten und Trivialitäten gerne zuschaut (auch wenn Rochefort mitunter zu sehr grimassiert), vergeblich ab und versuchen zu retten, was nicht zu retten ist. Immerhin wartet der Film zu guter Letzt, nachdem sich der erwachsene Sohn von Alice und Gaylord natürlich als Sohn von Louis entpuppt hat, dann noch mit einer wirklich köstlichen und angenehm dezenten Bettszene der beiden Senioren auf. Da wird nicht an Busen und Schwerkraft vorbeigefilmt (wäre auch nicht Ramplings Art), und die Tür fällt leise und taktvoll zum richtigen Zeitpunkt ins Schloss! Das versöhnt zwar nur ansatzweise, aber so kann man zumindest mit einem Lächeln aus dem Kino gehen – bevor man es, wie auch den Rest, ziemlich schnell und ganz gewiss vergessen wird.




Nachfolgend eine Auflistung von etwa 350 Filmen (Filmtitel zum größten Teil auf englisch). Die Punkteskala reicht von 1 (totaler Schrott) bis 10 (ich liebe ihn). Empfehlungen fangen bei 6 Punkten an. Filme unter 5 Punkten weisen deutliche Defizite auf.



All Quiet on the Western Front (1930): 10

Amélie (2001): 10

Antonia (1995): 10

Casablanca (1942): 10

The Fisher King (1991): 10

The Godfather (1972): 10

The Godfather: Part II (1974): 10

Groundhog Day (1993): 10

It's a Wonderful Life (1946): 10

Lost in Translation (2003): 10

Schindler's List (1993): 10

Sophie Scholl: The Final Days (2005): 10

The Pianist (2002): 10

12 Angry Men (1957): 9,5

The Blair Witch Project (1999): 9,5

Bowling for Columbine (2002): 9,5

Dead Poets Society (1989): 9,5

Fried Green Tomatoes (1991): 9,5

Goodbye, Children (1987): 9,5

Goodbye, Lenin! (2003): 9,5

One Flew Over the Cuckoo... (1975): 9,5

Platoon (1986): 9,5

Witness for the Prosecution (1957): 9,5

Schmetterling und Taucherglocke (2007): 9,5

The Jungle Book (1967): 9,5

Wings of Desire (1987): 9,5

Ami de mon amie, L' (1987): 9,0

City of God (2002): 9,0

Keine Lieder über Liebe (2005): 9,0

Pulp Fiction (1994): 9,0

War Photographer (2001): 9,0

Little Miss Sunshine (2006): 9,0

Dead Man Walking (1995): 9,0

Run Lola Run (1998): 9,0

Billy Elliot (2000): 9,0

Night on Earth (1991): 9,0

Mostly Martha (2001): 9,0

A Fish Called Wanda (1988): 9,0

Good Morning, Vietnam (1987): 9,0

The Fountain (2006): 8,5

Love Story (1970): 8,5

Pauline at the Beach (1983): 8,5

Annie Hall (1977): 8,5

Babel (2006): 8,5

Das Boot (1981): 8,5

The Butterfly (2002): 8,5
Control (2007): 8,5

Cinema Paradiso (1988): 8,5

Dog Day Afternoon (1975): 8,5

The Fabulous Baker Boys (1989): 8,5

Four Adventures of Reinett... (1987): 8,5

Life is Beautiful (1997): 8,5

Maltese Falcon (1941): 8,5

Rear Window (1954): 8,5

The Shawshank Redemption (1994): 8,5

Stand by Me (1986): 8,5

Taxi Driver (1976): 8,5

American Beauty (1999): 8,5

Alien (1979): 8,5

Jaws (1975): 8,5

Paths of Glory (1957): 8,5

The War Game (1965): 8,5

Once (2007): 8,5

Angel Heart (1987): 8,5

Kramer vs. Kramer (1979): 8,5

About Schmidt (2002): 8,5

The Godfather: Part III (1990):: 8,0

JFK (1991): 8,0

Goodfellas (1990): 8,0

Hotel Rwanda (2004): 8,0

Mr. Smith Goes to Washington (1939): 8,0

North by Northwest (1959): 8,0

Once Upon a Time in America (1984): 8,0

Autumn Tale (1998): 8,0

Conte de printemps (1990): 8,0

Downfall (2004): 8,0

The Elephant Man (1980): 8,0

Paris, Texas (1984): 8,0

The Silence of the Lambs (1991): 8,0

Thelma & Louise (1991): 8,0

American History X (1998): 8,0

The Big Sleep (1946): 8,0

Freie Wille, Der (2006): 8,0

The Game (1997): 8,0

My Life as a dog: (1985): 8,0

Seven (1995): 8,0

12 Monkeys (1995): 8,0

Casino (1995): 8,0

High Fidelity (2000): 8,0

Psycho (1960): 8,0

Vertigo (1958): 8,0

Fahrenheit 9/11 (2004): 8,0

Pretty Woman (1990): 8,0

Titanic (1997): 8,0

What About Bob? (1991): 8,0

When Harry Met Sally... (1989): 7,5

21 Grams (2003): 7,5

The African Queen (1951): 7,5

The Commitments (1991): 7,5

Howards End (1992): 7,5

Amores Perros (2000): 7,5

The Apartment (1960): 7,5

The Birds (1963): 7,5

Coffee and Cigarettes (2003): 7,5

Broken Flowers (2005): 7,5

Claire's Knee (1970): 7,5

Down By Law (1986): 7,5

Duel (1971): 7,5

Fight Club (1999): 7,5

The Mission (1986): 7,5

Les Nuits de la pleine lune (1984): 7,5

The Terminator (1984): 7,5

The Professional (1994): 7,5

Raging Bull (1980): 7,5

Natural Born Killers (1994): 7,5

Butch Cassidy and the Sund... (1969): 7,5

Full Metal Jacket (1987): 7,5

Girl with a Pearl Earring (2003): 7,5

Saving Private Ryan (1998): 7,5

A Summer's Tale (1996): 7,5

What's Eating Gilbert... (1993): 7,5

The Color of Money (1986): 7,5

Match Point (2005): 7,5

Sideways (2004): 7,5

Chinatown (1974): 7,5

Schultze Gets the Blues (2003): 7,5

Erin Brockovich (2000): 7,5

A River Runs Through It (1992): 7,5

Three Colors: Blue (1993): 7,0

Unforgiven (1992): 7,0

Wild Strawberries (1957): 7,0

Barton Fink (1991): 7,0

The Deer Hunter (1978): 7,0

Rosemary's Baby (1968): 7,0

Wild at Heart (1990): 7,0

Blue Velvet (1986): 7,0

Catch Me If You Can (2002): 7,0

Forrest Gump (1994): 7,0

Good Night, and Good Luck (2005): 7,0

Hitch (2005): 7,0

The King of Comedy (1983): 7,0

Mystery Train (1989): 7,0

Prêt-à-Porter (1994): 7,0

Serpico (1973): 7,0

The English Patient (1996): 7,0

The Insider (1999): 7,0

Midnight Run (1988): 7,0

The Bicycle Thief (1948): 7,0

Carlito's Way (1993): 7,0

Jacob's Ladder (1990): 7,0

Manhattan (1979): 7,0

Monster (2003): 7,0

Nowhere in Africa (2001): 7,0

Dancer In The Dark (2000): 7,0

Donnie Brasco (1997): 7,0

Tootsie (1982): 7,0

Conte d'hiver (1992): 7,0

Bloody Sunday (2002): 7,0

Cruising (1980): 7,0

Road to Perdition (2002): 7,0

Presumed Innocent (1990): 6,5

The Morning After (1986): 6,5

Die Hard (1988): 6,5

One Hour Photo (2002): 6,5

Reservoir Dogs (1992): 6,5

The Big Blue (1988): 6,5

Blade Runner (1982): 6,5

The Bridge on the River Kwai (1957): 6,5

Fearless (1993): 6,5

The Graduate (1967): 6,5

Magnolia (1999): 6,5

March of the Penguins (2005): 6,5

The Shining (1980): 6,5

Sea of Love (1989): 6,5

Sense and Sensibility (1995): 6,5

The Sixth Sense (1999): 6,5

Traffic (2000): 6,5

The Untouchables (1987): 6,5

All the President's Men (1976): 6,5

Dances with Wolves (1990): 6,5

East of Eden (1955): 6,5

Born on the Fourth of July (1989): 6,5

Braveheart (1995): 6,5

The Purple Rose of Cairo (1985): 6,5

2001: A Space Odyssey (1968): 6,5

Back to the Future (1985): 6,5

The Life of Brian (1979): 6,5

Mystic River (2003): 6,5

The Others (2001): 6,5

Philadelphia (1993): 6,5

Carlito's Way: Rise t... (2005): 6,5

Apocalypse Now (1979): 6,5

A Beautiful Mind (2001): 6,5

Cast Away (2000): 6,5

Sweet Home Alabama (2002): 6,5

Smoke (1995): 6,5

Rocky (1976): 6,5

Factotum (2005): 6,5

Ice Age (2002): 6,5

Being John Malkovich (1999): 6,0

Blow (2001): 6,0

Irina Palm (2007): 6,0

A Bronx Tale (1993): 6,0

Cache (2005): 6,0

Crocodile Dundee (1986): 6,0

Frankie and Johnny (1991): 6,0

Good Will Hunting (1997): 6,0

Mean Streets (1973): 6,0

The Truman Show (1998): 6,0

Aguirre: The Wrath of God (1972): 6,0

Analyze That (2002): 6,0

Trainspotting (1996): 6,0

The Big Easy (1987): 6,0

Bonnie and Clyde (1967): 6,0

Breaking The Waves (1996): 6,0

Awakenings (1990) : 6,0

Monty Python and the Holy ... (1975): 6,0

Perfume: The Story of a Mu... (2006): 6,0

Red River (1948): 6,0

Requiem (2006): 6,0

The Matrix (1999): 6,0

Gattaca (1997): 6,0

Star Wars (1977): 6,0

Cape Fear (1991): 6,0

Dr. Strangelove or: How I ... (1964): 6,0

K-PAX (2001): 6,0

Rosenstrasse (2003): 6,0

A Clockwork Orange (1971): 6,0

Ice Age: The Meltdown (2006): 6,0

Big Fish (2003): 6,0

Jurassic Park (1993): 6,0

Scarface (1983): 6,0

The Crying Game (1992): 6,0

Patch Adams (1998): 6,0

Blowup (1966): 6,0

Insomnia (2002): 6,0

My Big Fat Greek Wedding (2002): 6,0

The Doors (1991): 6,0
The Name of the Rose (1986): 6,0

Terminator 3: Rise of the ... (2003): 6,0

Brokeback Mountain (2005): 6,0

Meet the Fockers (2004): 6,0

Eyes Wide Shut (1999): 6,0

French Kiss (1995): 6,0

Unbreakable (2000): 6,0

Out of Africa (1985): 5,5

The Blues Brothers (1980): 5,5

Arlington Road (1999): 5,5

Anger Management (2003): 5,5

Mermaids (1990): 5,5

The Client (1994): 5,5

My Night at Maud's (1969): 5,5

The Pelican Brief (1993); 5,5

Pride & Prejudice (2005): 5,5

The Bourne Identity (2002): 5,5

The Interpreter (2005): 5,5

The Mexican (2001): 5,5

The Terminal (2004): 5,0

8 Mile (2002): 5,0

Enigma (2001): 5,0

The Million Dollar Hotel (2000): 5,0

The Empire Strikes Back (1980): 5,0

Jerry Maguire (1996): 5,0

Kill Bill: Volume 1 (2003): 5,0

Shrek (2001): 5,0

All About My Mother (1999): 5,0

The Color Purple (1985): 5,0

Single White Female (1992): 5,0

Backdraft (1991): 5,0

Cop Land (1997): 5,0

Don't Come Knocking (2005): 5,0

The Getaway (1972): 5,0

Indiana Jones and the Last... (1989): 5,0

The Lion King (1994): 5,0

The Lost World: Jurassic Park (1997): 5,0

Raiders of the Lost Ark (1981): 5,0

Wer früher stirbt, ist län... (2006): 5,0

Flawless (1999): 5,0

Gladiator (2000): 5,0

Big (1988): 5,0

Finding Forrester (2000): 5,0

Madagascar (2005): 5,0

Stanley & Iris (1990): 5,0

Bicentennial Man (1999): 5,0

Alien 3 (1992): 5,0

Finding Nemo (2003): 5,0

Pirates of the Caribbean: ... (2003): 5,0

Rounders (1998): 5,0

Phone Booth (2002): 4,5

The Recruit (2003): 4,5

Indiana Jones and the Temp... (1984): 4,5

Rocky II (1979): 4,5

Until the End of the World (1991): 4,5

Lethal Weapon 4 (1998): 4,5

Signs (2002): 4,5

The Constant Gardener (2005): 5,0

Dogma (1999): 4,5

A Few Good Men (1992): 4,5

Rambo: First Blood Part II (1985): 4,5

In the Cut (2003): 4,5

The Lord of the Rings: The... (2001): 4,5

The Lord of the Rings: The... (2003): 4,5

V for Vendetta (2006): 4,5

Wallace & Gromit: The ... (2005): 4,5

Harry Potter and the Priso... (2004): 4,5

Sommersby (1993): 4,5

Nell (1994): 4,5

The Perfect Storm (2000): 5,0

Smilla's Sense of Snow (1997): 4,5

Panic Room (2002): 4,5

Runaway Bride (1999): 4,5

Contact (1997): 4,0

Gangs of New York (2002): 4,0

Die Hard 2 (1990): 4,0

The Importance of Being Ea... (2002): 4,0

My Cousin Vinny (1992): 4,0

Elementarteilchen (2006):4,0

Sister Act (1992): 4,0

Mad Max (1979): 4,0

10 (1979): 4,0

Bruce Almighty (2003): 4,0

E.T. the Extra-Terrestrial (1982): 4,0

Ghost (1990): 4,0

Kill Bill: Volume 2 (2004): 4,0

The Lord of the Rings: The... (2002): 4,0

Rocky III (1982): 4,0

Star Wars: Episode II - At... (2002): 4,0

War of the Worlds (2005): 4,0

In Her Shoes (2005): 4,0

Men in Black (1997): 4,0

Regarding Henry (1991): 4,0

Spanglish (2004): 4,0

The Man with Two Brains (1983): 4,0

Coach Carter (2005): 3,5

Ghostbusters (1984): 3,5

Cube (1997): 3,5

Over the Top (1987): 3,5

Payback (1999): 3,5

The Postman (1997): 3,5

Return of the Jedi (1983): 3,5

Total Recall (1990): 3,5

Minority Report (2002): 3,5

Commando (1985): 3,0

Hudson Hawk (1991): 3,0

The Hunt for Red October (1990): 3,0

Independence Day (1996): 3,0

Starsky & Hutch (2004): 3,0

The Royal Tenenbaums (2001): 3,0

Tango & Cash (1989): 3,0

Another 48 Hrs. (1990): 3,0

Moonraker (1979): 3,0

Punch-Drunk Love (2002): 3,0

Bridget Jones's Diary (2001): 3,0

Dirty Dancing (1987): 3,5

The Matrix Reloaded (2003): 2,5

Last Action Hero (1993): 2,5

A.I. Artificial Intelligence (2001): 2,5

The Karate Kid (1984): 2,5

Bloodsport (1988): 2,0

Hannibal (2001): 2,5

Jaws: The Revenge (1987): 2,0

The Matrix Revolutions (2003): 2,0

Mission: Impossible 2 (2000): 2,0

Predator (1987): 2,0

Star Wars: Episode III - R... (2005): 2,0

Rambo III (1988): 1,5

The Running Man (1987): 1,5

Barb Wire (1996): 1,0